Nicht die Stimmen wählen den Präsidenten, sondern die Wahlleute. Der Regler verzieht
die Karte von der Fläche zu ihrer Zahl — jeder Wahlmann und jede Wahlfrau bekommt gleich viel Platz.
Landesweit trennt beide Bewerber 1,5 Punkte , im Wahlleutegremium
sind es 312 zu 226 . Hätten die 3 knappsten Staaten anders
entschieden — zusammen 44 Wahlleute — wäre die Wahl gekippt.
Kleinster Abstand zwischen beiden Bewerbern, in
Prozentpunkten der Stimmen für die beiden.
Wahlleute. Die Zahlen sind nicht aus einer Tabelle übernommen, sondern abgeleitet: Sitze
im Repräsentantenhaus plus zwei Senatoren. Die Sitze ergeben sich aus der Zahl der Wahlbezirke des
119. Kongresses, also der Kammer, die im November 2024 gewählt wurde. Washington DC hat drei,
festgelegt durch den 23. Verfassungszusatz. Zusammen 538 — die Rechnung geht auf.
Maine und Nebraska. Beide vergeben je zwei Wahlleute an den Landessieger und die
übrigen einzeln an die Sieger ihrer Wahlbezirke. Die Karte färbt sie nach dem Landesergebnis,
zeigt sie also einfarbig, obwohl beide 2024 gesplittet haben. Auf die Gesamtzahl wirkt sich das
nicht aus: Maine gab einen Wahlmann an Trump ab, Nebraska einen an Harris, das hebt sich auf.
Deshalb stimmt 312 zu 226 trotz der vereinfachten Färbung.
Wie viele Staaten es entschieden haben. Aufaddiert werden die knappsten von Trump
gewonnenen Staaten, bis ihr Verlust ihn unter 270 gebracht hätte: 3 Staaten mit zusammen
44 Wahlleuten. Das ist keine Prognose, sondern eine Ablesung — es sagt, wie schmal die
Mehrheit war, nicht wie wahrscheinlich ein anderer Ausgang gewesen wäre.
Verzerrung. Diffusionskartogramm nach Gastner und Newman (2004) auf flächentreuer
Albers-Projektion. Alaska und Hawaii sind je ein einziges Gebiet, ihr Kartogramm ist deshalb eine
reine Skalierung und exakt; nur das Festland wird gerechnet. Verbleibende Flächenabweichung dort
im Median 0,08 Prozent, im Maximum 0,5 Prozent.
Beide Zustände benutzen dieselben 9.481 Stützpunkte. Beim Übergang bewegt sich nur
Alaska — es schrumpft dabei auf ein Sechstel seiner Kantenlänge und stünde sonst verloren im Leeren.
Die Farben. Dieselbe wahrnehmungsgleiche Skala wie bei der Countykarte: in OKLab
konstruiert, an beiden Enden gleiche Helligkeit und gleiche Buntheit, neutrale graue Mitte. Anders
als dort entspricht die Farbmenge hier nicht dem Ergebnis — die Fläche folgt den Wahlleuten,
und die verteilen sich nicht proportional zu den Stimmen. Genau das ist der Punkt dieser Karte.
Daten. Staats- und Wahlbezirksgrenzen vom
US Census Bureau . Wahlergebnisse als Summe der Countyzeilen
aus tonmcg/US_County_Level_Election_Results_08-24 ;
in den USA führt keine Bundesbehörde die Ergebnisse zusammen. Zusammen 77,29 Millionen Stimmen
für Trump und 75,01 Millionen für Harris.
Verwandt. Dieselbe Wahl nach Wählerschaft, auf Ebene der Countys:
Die Wahl 2024, nach Stimmen gewichtet .